Friedens- und Konfliktforschung trat in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts unter anderem mit der Forderung nach praxisrelevanter Wissenschaft an. Dies schlug sich bei Gründung der HSFK in der Einrichtung einer Forschungsgruppe Politische Psychologie/Friedenserziehung nieder. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Forschungsgruppe führten zahlreiche Projekte durch, in denen sowohl Grundlagenforschung als auch Handlungstheorien entworfen worden. Wesentliche theoretische Zugänge stellten die Psychoanalyse als Sozialwissenschaft sowie die Paradigmen der qualitativen Sozialforschung dar. Themen der Forschungen waren u. a. Vorurteile und Feindbilder, Aggression und Gewalt in Kindergarten und Grundschule, Medien und Gewalt, und interkulturelle Konflikte. Aus den Projekten sind zahlreiche Publikationen hervorgegangen, die in der Fachdiskussion große Beachtung fanden.

Im Zuge der Evaluierung der HSFK durch den deutschen Wissenschaftsrat folgte der HSFK-Vorstand der Empfehlung der Evaluierungskommission, das Forschungsprogramm der HSFK auf außenpolitisch orientierte Friedensforschung zu konzentrieren. Die Forschungsgruppe wurde deshalb aufgelöst und mit den verbliebenen Kolleginnen und Kollegen der „Arbeitsbereich Friedenspädagogik/Konfliktpsychologie“ eingerichtet, der satzungsgemäß dazu beitrug „(…) dass die Erkenntnisse der Friedens- und Konfliktforschung in der Öffentlichkeit und insbesondere in der politischen Bildung wirksam werden“ (§ III aus der Satzung der HSFK).

Im Arbeitsbereich wurden von 2000-2006 Ressourcen für die Begleitforschung, Evaluation, Beratung und Initiierung von Projekten bereitgestellt, in denen Konfliktfähigkeit gefördert und kooperative Strategien entwickelt werden konnten. Im Zentrum stand dabei das an dem HSFK-Forschungsprogramm „Antinomien des demokratischen Friedens“ orientierte Projekt Demokratie leben lernen, bei dem es u. a. darum ging, wie demokratische Verhaltensweisen in pädagogischen Abhängigkeitsverhältnissen entwickelt und gefördert werden können. Weitere Arbeitsfelder waren u. a.: Vorschulerziehung, schulische Bildung, Jugendmedienschutz, Erwachsenenbildung, Konflikttrainings sowie Begegnungsprogramme. Diese praxisorientierten Leistungen der HSFK kamen vorzugsweise hessischen Programmen zugute.