Kind und ComputerBrauchen Kinder Computer? Können sie verstehen, wie man mit diesen Maschinen „arbeitet“? Welche Vorstellungen entwickeln sie von Computern? Wie „spielen“ sie mit den Rechnern? Solche Fragen haben wir uns in dem Arbeitskreis gestellt, zu dem Gerold Scholz vom Institut für Didaktik der Elementar- und Primarstufe der Frankfurter Universität eingeladen hatte, zunächst zwanglos unter Interessierten, dann gezielt im Zusammenhang mit Dissertationsvorhaben.

Kind und ComputerKinderbild eines Computers Computer gehören für engagierte Erwachsene wahrscheinlich zu den Dingen, von denen sie glauben, sie Kindern nicht vorenthalten zu dürfen. Und in der Tat: Kaum eine Zukunftsperspektive ohne Computer – im Beruf wie in der Freizeit. Gleichwohl hält man – wie bei anderen Themen im Zusammenhang mit Kindheit – leicht die Vorstellungen der Erwachsenen auch für die der Kinder, nur eben etwas „kleiner“. Um dieses mehr oder weniger offensichtliche Interesse der Erwachsenen etwas genauer zu untersuchen, haben wir in dem Arbeitskreis Fragestellungen verfolgt, in denen es um die Perspektive der Kinder geht. Kann man sich überhaupt in die Wahrnehmungswelt der Kindheit zurückversetzen? Was kann man bei Kinder in diesem Sinne beobachten? Und schließlich unter Bezug auf George Devereux (Angst und Methode in den Verhaltenswissenschaften): Wie beeinflussen sich Kind und Forscher beim Versuch des Letzteren, Ersteres zu begreifen? Gerold Scholz schreibt dazu an seine Studierenden gerichtet: „Die methodischen und methodologischen Probleme einer Forschung, die versucht, Kinder zu verstehen, führten bei mir zu einer Reihe von Auseinandersetzungen mit methodischen und methodologischen Fragen, vor allem in Bezug auf ethnographische Forschungsmethoden und die Bedeutung teilnehmender Beobachtung. Als ein wichtiges Ergebnis möchte ich die Abhängigkeit der Daten von der Methode ihrer Erzeugung nennen, verbunden mit der Frage, ob die mit einer bestimmten Methode erzeugten Daten auch dazu taugen, die Frage bearbeitbar zu machen, die man sich gestellt hat.“

Für mich als Sozialwissenschaftler, aber auch für die grundsätzliche Bestimmung einer Friedenspädagogik waren solche Fragestellungen elementar. Gerold Scholz hat in diesem Sinne an einer unserer Veröffentlichungen zum Thema mitgewirkt: Grundschule digital.