Tagung der Evangelischen Fachhochschule, Darmstadt, und der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt

Demokratie leben lernen – von Anfang an

– Elementare Friedenspädagogik und Erziehung zur Demokratie in EuropaDemokratie leben lernen - von Anfang an

Ort: Evangelische Fachhochschule, Darmstadt
Zeit: 7. – 9. Oktober 2005

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Westliche Demokratien teilen die Grundidee der Kontrolle gesellschaftlicher Macht durch „das Volk“ und die allgemeinen demokratischen Wertvorstellungen. Sie unterscheiden sich aber in der Art und in den Verfahren, wie sie diese Kontrolle organisieren. Sie unterscheiden sich auch in der Organisation ihrer Bildungsinstitutionen und den Wegen, auf denen sie die heranwachsenden Generationen bis zur Mündigkeit an demokratische Partizipationsformen heranführen. Beruhen diese Unterschiede auf einem unterschiedlichen Verständnis vom demokratischen Staatsbürger? Sind die demokratischen Systeme in der EU so weit kompatibel, dass sie den mit der EU-Verfassung beabsichtigten Europäisierungsprozess durch eine grundlegende politische Bildung fördern?

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Alle Demokratien stehen vor der Aufgabe, die nachwachsenden Generationen zur Anwendung der demokratischen Tugenden zu motivieren, sich an politischen Prozessen zu beteiligen und ihren Bestand und ihre Weiterentwicklung entweder durch Delegation oder durch aktive Teilhabe zu garantieren.
Demokratiefähigkeit gilt demnach als zentrales Bildungs- und Erziehungsziel. Wie wird in den einzelnen nationalen Bildungskonzepten das Engagement für Demokratie gefördert? Was wird getan, um auch jüngere Kinder auf demokratische Beteiligungsprozesse vorzubereiten, um demokratische Grundprinzipien selbst zu erfahren?
Wenn man auf die Systeme der Elementar- und Primarschulbildung in Europa schaut, dann zeigt sich – zumindest auf den ersten Blick -, dass es um durchaus unterschiedliche Ansätze der Stärkung demokratischer Kompetenzen geht: um staatsbürgerliche Rollenbeschreibungen ebenso wie um Modelle von Mitbestimmung bis hin zu allgemeinen Zielformulierungen wie Erziehung zur Konfliktfähigkeit, Kompromissbereitschaft und Toleranz. Wie lassen sich diese Vorstellungen aufeinander beziehen? Wann kann man mit dem Lernen und Lehren von Formen von Demokratie und demokratischer Teilhabe (Kinderkonferenzen, Kinderräten etc.) anfangen? Mit welchen Zielen und welchen Methoden? Worin bestehen die besonderen Herausforderungen, wo liegen die Grenzen?

Während der Tagung sollten diese Fragen auf den Elementarbereich bezogen erörtert und Erfahrungen mit praktisch-pädagogischen Modellen in einem interkulturellen Diskurs ausgetauscht werden: Da sich Europa auf eine gemeinsame demokratische Verfassung hin entwickelt, war es sinnvoll, diese und weitere Themen im Dialog mit Vertretern verschiedener europäischer Ansätze einer Erziehung zur Demokratie zu diskutieren. Ziel der Tagung war die Herstellung einer ersten Synopsis sowie der Erarbeitung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden demokratischer Erziehung in vier europäischen Ländern: Deutschland, Frankreich, Schweden und Polen.

Christian Büttner
Bernhard Meyer
Pamela Oberhuemer