Die Forschungsstrategien in der Forschungsgruppe Politische Psychologie/Friedenserziehung waren an den Paradigmen der qualitativen Sozialforschung ausgerichtet. Allerdings fehlte für die Umsetzung in die pädagogische Praxis eine überzeugende Handlungstheorie. Bei der Gestaltung des Forschungsprozesses nutzten wir nach und nach das Medium der Supervision (Aloys Leber, Willi Baumann, beide Frankfurt). Die positiven Erfahrungen, die wir dabei in den Fortbildungssettings machten, führten zu den Paradigmen der Psychoanalytischen Pädagogik. Mit den in diesem Ansatz angebotenen Begriffen ließ sich das Forschungsdesign der Fortbildungsstudien entwickeln.

Kurz vor Ende meiner HSFK-Verpflichtungen wurde ich gefragt, was ich für die Zukunft einer Friedenspädagogik erwarte. Das gab mir die Möglichkeit, in „drei Sätzen“ meine Überlegungen zusammenzufassen. Hier der Text im pdf-Format. Und hier einige meiner Veröffentlichungen zu Theorie und Methodik pädagogisch-psychologischer Friedensforschung:

 

Christian Büttner
Forschen – Lehren – Lernen

Anregungen für die pädagogische Praxis aus der Friedens- und Konfliktforschung
Frankfurt 2002

Forschen - Lehren - Lernen

Friedensforschung als angewandte Sozialwissenschaft umfasst nicht allein „Friedenserziehung“ und „Friedensfähigkeit“, sondern auch die Frage der Umsetzbarkeit ihrer Erkenntnisse. Büttner entwirft Strategien, die die Friedensforschung für eine angewandte Pädagogik entwickeln muss, um die gesellschaftliche Kooperations- und Konfliktfähigkeit zu fördern.

Christian Büttner

Gewalt vermeiden in gesellschaftlichen Konflikten

Erwachsenenbildung zur Auseinandersetzung zwischen Institutionen und „neuen Protestbewegungen“
Mainz 1989

Gewalt vermeiden in gesellschaftlichen Konflikten

In der Bundesrepublik hat sich in den letzten Jahren eine neue Konfliktzone zwischen den Alternativbewegungen und staatlichen Institutionen herausgebildet. Welche Momente solcher Begegnungen provozieren eine Polarisierung im Sinn von Ausgrenzung, Ablehnung und Gewaltanwendung, und welche ermöglichen Zusammenarbeit und inhaltliche Auseinandersetzung?
Diese Fragen wurden exemplarisch für Bereitschaftspolizisten, Jugendoffiziere, Hauptschullehrerlnnen und Mitarbeiterinnen sozialer Dienste untersucht. Dabei waren Rollenspiele ein wichtiges Lernfeld für das Erkennen der Ursachen von Polarisierungen und für das Entwickeln von Handlungsalternativen. Der vorliegende Band veröffentlicht die Ergebnisse dieses praxisorientierten Projekts. Die psychoanalytische Auswertung der Seminare geht besonders auf die in den Berufsgruppen jeweils spezifisch ablaufenden Prozesse ein, die gewaltfördernde oder -mindernde Tendenzen stützen.

Erwartungen an die Friedenspädagogik, in: Inst. f. Friedenspädagogik (Hg.): Promote Peace Education! Viele Stimmen für den Frieden, Tübingen 2006, S. 19

Angst und Gewalt in pädagogischen Beziehungen, in: Stephan Friebe/Rudolf Link (Hrsg.): Macht. Angst. Gewalt. 8. Fachtagung der Fachschule für Sozialwesen, Mosbach 2006, S. 12-30

Der Krieg in den Köpfen der Menschen. Pädagogisch-psychologische Friedens- und Konfliktforschung, in: Egbert Jahn/Sabine Fischer/Astrid Sahm (Hrsg.): Die Zukunft des Friedens. Band 2: Die Friedens- und Konfliktforschung aus der Perspektive der jüngeren Generation, Wiesbaden 2005, S. 519-536

Probleme und Möglichkeiten der „Friedenspädagogik“. Ein Werkstattbericht, in: forum 3-4/2004, S. 84-95

Jugendgewalt und Friedenserziehung, in: GTZ (Hrsg.): Lernen für Frieden und Zukunft. Gewaltprävention und Friedenserziehung mit Kindern und Jugendlichen, Eschborn 2003, S. 9-11

Friedenserziehung, in: Fachlexikon der sozialen Arbeit, 5. Auflage 2002, S. 362f.

Friedens- und Konfliktforschung und Interdisziplinarität: Eine historische Skizze zur Entwicklung pädagogisch-psychologischer Friedens- und Konfliktforschung an der HSFK, in: AFB-Texte Nr. 1/2001, Bonn 2001

Engagement allein genügt nicht. Die Tradition der Friedenserziehung – Was lässt sich daraus für die gewaltfreie Erziehung in Familien lernen?, in: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.): Gewaltfreies Erziehen in Familien in Familien – Schritte der Veränderung, Materialien zur Familienpolitik Nr. 8, Bonn/München 2001

Einübung zum Frieden: Im Spiel Kooperation und Toleranz lernen, in: J. Calließ/R.E. Lob (Hg.), Praxis der Umwelt- und Freidenserziehung (Bd. 3 Friedenserziehung), Düsseldorf 1988, S. 450-456

Friedenserziehung in der Grundschule. Was Kinder von uns und wir von Kindern lernen können, in: Demokratische Erziehung 2/1984, S. 10-11

Die Angst der Kinder vor ihren Beschützern oder Skepsis gegen Friedenserziehung als Programm, in: Reiner Steinweg (Red.), Vom Krieg der Erwachsenen gegen die Kinder. Möglichkeiten der Friedenserziehung, Friedensanalysen 19, Frankfurt/M. 1984, S. 26-64

Auch jenseits der Grenzen wohnt die Angst. Friedenserziehung – Mittel und Wege, in: Kirche und Mann 3/1983, S. 5

mit Ute Volmerg: Über die Mühen politischer Überzeugungsarbeit, in: Klaus Horn, Eva Senghaas-Knobloch (Hg. im Auftrag des Komitees für Grundrechte und Demokratie), Friedensbewegung – Persönliches und Politisches, Frankfurt/M. 1983, S. 187-201

Frieden ist nicht nur ein Wort: Sicherheit, Vertrauen und Selbstwert, in: Erziehung und Wissenschaft 7-8/1982, S. 19-22

mit Ute Volmerg: Apocalypse now? Friedenspolitische Argumente in der Bewährungsprobe. Eine sozialpsychologische Analyse, in: Reiner Steinweg (Red.), Die neue Friedensbewegung. Analysen aus der Friedensforschung, Friedensanalysen 16, Frankfurt/M. 1982, S. 418-440

Verstehen statt Umerziehen – Friedensforschung in der Grundschule, in: Kontraste 4/1980, S. 16-19