Friedenspreis Frankfurter SchulenJutta Ebeling, seinerzeit Dezernentin der Stadt Frankfurt, etablierte den Friedenspreis Frankfurter Schulen und stellte eine Jury zusammen, der ich über zwei Wahl-Perioden vorstand. Während meines Vorsitzes gehörten auch zwei Schüler der Jury an.

Aus der Ausschreibung:

Mit Frieden meinen wir in diesem Zusammenhang einen Prozess, der dahin führt, – dass die Mitglieder der Schulgemeinde die Ursachen von Konflikten verstehen und Strategien zur Erhaltung bzw. Herstellung von friedlichen Verhältnissen beurteilen lernen;
– dass Schule als ein Ort erfahren werden kann, an dem Solidarität und gemeinsame Entscheidungsprozesse geübt und gelebt werden;
– dass die Mitglieder der Schulgemeinde ihre Konflikte so austragen, dass sie daran wachsen, ihre Fähigkeiten zur Kooperation zunimmt und Gewalt als Mittel zur Konfliktaustragung keinen Boden mehr findet;
– dass von einer Schulgemeinde Impulse ausgehen, die das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, verschiedenen Glaubens und verschiedener Überzeugungen fördern.

Preisträgerschulen waren unter meinem Jury-Vorsitz die

Schuldezernentin Jutta Ebeling1999 Heinrich-Kraft-Schule,

Auszug aus der Laudatio:

„( …) Ausgehend von den Erfahrungen eines pädagogischen Tages hat die Schule ein Gesamtkonzept der Gewaltprävention entwickelt, das nicht nur die Qualifizierung von Lehrkräften und Schülerschaft zu Streitschlichtern beinhaltet, sondern auch die Partizipation aller an der Schulentwicklung. Die Veränderungsprozesse, die die Innenverhältnisse der Schule sowie ihre Außenbereiche betreffen, wurden hier als Grundlagen eines Schulprogramms angesehen. Sie gehen einher mit der Vernetzung schulischen Geschehens und mit den vielfältigen Organisationen und Energien, die sich im Einzugsbereich der Schule anbieten.

Die Präsentation der Heinrich-Kraft-Schule hat die Jury vor allem deshalb überzeugt, weil ihr vielfältiges Konzept im Entwicklungsprozess

– hin zu einer Öffnung der Schule in den Stadtteil,
– hin zu einem Schulprogramm, das vielfältige außerschulische Ressourcen einbezieht und
– Lehrkräfte und Schülerschaft gleichermaßen als Lernende begreift, sowie
– die Partizipation von Schülerinnen und Schülern am schulischen Geschehen demonstriert.

Die Aufbruchstimmung und die Vielfalt, verbunden mit dem im vorliegenden Material spürbaren und geradezu mitreißenden Engagement, dies sind die Gründe dafür, dass die Jury die Heinrich-Kraft-Schule für den Friedenspreis vorgeschlagen hat. (…)“

2001 Bettinaschule

Auszug aus der Laudatio:

Der Friedenspreis für Frankfurter Schulen 2001 wurde an die Bettinaschule verliehen. Ausschlaggebend war die Kreativität der Schülerinnen und Schüler, die u. a. einen eigenständigen Entwurf einer Gedenkstätte für ehemalige jüdische Schülerinnen der Schule im Rahmen ihrer Recherche der Schulvergangenheit ausgearbeitet und umgesetzt haben.

Darüber hinaus hat die Jury erstmals einen Sonderpreis ausgelobt. Dieser wurde der Römerstadtschule zuerkannt. Damit wird ein mutiges und engagiertes Projekt anerkannt, das sich der Herausforderung gestellt hat, das Thema Holocaust bereits in der Grundschule zu behandeln und damit der pädagogischen Diskussion über diese Frage einen entscheidenden Impuls gegeben hat. Dieser Impuls wurde in einem Workshop im März 2002 aufgegriffen und weiter entwickelt. die Römerstadtschule, die Adolf-Reichwein-Schule sowie die Friedrich-Stoltze-Schule.