Aloys Leber, Psychoanalytiker in Frankfurt brachte mich zu einem meiner zentralen Themen: Gruppe. Er hatte die Supervision in einem meiner frühen HSFK-Projekte übernommen (Konfliktbearbeitung in Gruppen) und mich bei dieser Arbeit „infiziert“. Eine gruppenanalytische Ausbildung in Tiefenbrunn unter der Leitung von Franz Heigl, Annelise Heigl-Evers, Wulf-Volker Lindner und Karl König (das sog. Göttinger Modell) vermittelte mir die notwendigen Grundlagen, um das Thema Gruppe in meine Forschungsarbeit (und in die Lehre) integrieren zu können. Aus dieser Integration ist eine Art Lehrbuch entstanden (Gruppenarbeit).

Die Rahmenbedingungen pädagogischer Arbeit stellten ein weiteres, mit dem Thema Gruppe verbundenes, Themenfeld dar. Bereits in frühen Jahren war ich mit den Gedanken und Erfahrungen von Franz Wellendorf in Berührung gekommen (Zur Bedeutung der Gruppe im Konfliktfeld sozialer Institutionen), aber erst als ich mich intensiver mit Mario Erdheims Vorstellungen zu Kultur und Familie beschäftigte, fand ich darin einen Ansatz, der mir für meine Forschungsarbeiten hilfreich erschien.

Christian Büttner
Leitungsfunktion und Lebensgeschichte .Frauen und Männer in Kindertageseinrichtungen, Neuwied 1994, 144 S.

Leitungsfunktion und Lebensgeschichte

In der Industrie macht man sich schon seit längerem Gedanken über Merkmale und Vorteile weiblichen Führungsstils. Im Bereich sozialer Dienstleistungen beginnt man erst allmählich der Frage nachzugehen, wie sich weibliche und männliche Führungsqualitäten voneinander unterscheiden und wie sie sich konstruktiv aufeinander beziehen lassen. In Einrichtungen für Kinder üben häufig Frauen Leitungsfunktionen aus. Ihre Vorgesetzten, die Träger der Einrichtungen, werden in der Regel von Männern repräsentiert. In der Begegnung dieser Frauen und Männer sind noch am ehesten Hinweise auf Probleme und Chancen geschlechtsspezifischer Kooperation zu erwarten. In diesem Sinne vermittelt das vorliegende Buch Ergebnisse und Erkenntnisse einer Fortbildungsstudie, in der die Teilnehmer weniger als Objekte von Fortbildung, sondern vielmehr als Forschende die Innenverhältnisse ihrer wechselseitigen Beziehung offen gelegt haben.