Wer in Frankfurt lebt und arbeitet, sieht sich tagtäglich unmittelbar mit interkulturellen Erfahrungen konfrontiert. Vielleicht ist aber das Thema interkulturelle Spannungen nicht erst seit der These vom Kampf der Kulturen ein Angelpunkt für Krieg und Frieden. Ich habe dazu folgendes Zitat von Milton Bennett gefunden: „Wir Menschen haben uns im Laufe der Evolution von extrem ihr Territorium verteidigenden Primaten zu Wesen mit einem langen Gedächtnis und gezügeltem Temperament entwickelt. Aus dem Erbe unserer Art folgt die Grundhaltung, fremde Gruppen zu meiden, wo wir können, oder sie zu töten, wenn wir die Begegnung mit ihnen nicht vermeiden können. Weil wir aber Menschen geworden sind, haben wir dieser Verhaltenslogik den freundlichen Aspekt hinzugefügt, der fremden Gruppe die Chance einzuräumen, sich unserer Lebensart anzupassen statt getötet zu werden“ (Bennett, M.: In the wake of September 11, in: Leenen, Reiner (Ed.): Enhancing intercultural competence in police organizations, Münster 2002, S. 23; Übers. von mir).

Hier einige meiner Veröffentlichungen nach Arbeitsfeldern (Grundlagen, Ämter, Polizei, Sozialpädagogik, Demokratie) sortiert:

→ Grundlagen interkultureller Kompetenz:

Christian Büttner
Lernen im Spiegel des Fremden. Konzepte, Methoden und Erfahrungen zur Vermittlung interkultureller Kompetenz, Frankfurt/London 2005, 197 S.

Lernen im Spiegel des Fremden

Im vorliegenden Buch führt der Autor Überlegungen zu den frühesten Wurzeln von Fremdheitserfahrungen, zu sozialen Bedingungen von Eingrenzung und Methoden interkulturellen Lernens zusammen. Die Lebenserfahrungen, die berichtet und reflektiert werden, stammen u.a. aus den Arbeitsfeldern der Sozialpädagogik, der Polizei und der öffentlichen Verwaltung. An zahlreichen anschaulichen Beschreibungen von Fallbeispielen und Seminaren, Workshops und Trainings zur interkulturellen Sensibilisierung werden Anregungen für Pädagogen, Fortbildner und Organisationen gegeben, die sich aus der Perspektive der Einheimischen mit Integrationsförderung befassen.

• Fremdheit, Empathie und professionelle Kompetenz, in: Migration und soziale Arbeit 26. Jg. 2004, Heft 3/4, S. 229-236

• Training für ein Leben mit Vielfalt? Zur Trainerqualität für Erwachsenenbildung in multikulturellen Gesellschaft, in: Organisationsberatung-Supervision-Coaching, 1/2001, S. 69-81

Christian Büttner/Irmhild Kohte-Meyer
Am wichtigsten die Sprache…  Erkundungen zur Bedeutung von Sprache im Migrationsprozess, HSFK-Report 11/2002


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Die Forderung „Einwanderer müssen erst einmal Deutsch lernen“ ist buchstäblich in aller Munde. Selbst über politische Differenzen hinweg herrscht Einigkeit darüber, dass erst Kenntnisse der deutschen Sprache eine Integration in die deutsche Gesellschaft ermöglichen. Unter welchen Umständen das Erlernen einer Sprache jedoch tatsächlich zu einer erfolgreichen Integration in diese fremde Gemeinschaft führt, wird in der hektischen Betriebsamkeit, mit der diese Thematik zur Zeit diskutiert wird, oft nicht bedacht. Einer rein funktionalen Beherrschung von Sprache wird nicht automatisch der gewünschte Integrationseffekt folgen. Sprache ist durchsetzt von Symbolen und Metaphern, die zusammen mit anderen Merkmalen ein kulturelles Referenzsystem bilden. Einheimische eignen sich dieses in einem jahrzehntelangen Sozialisationsprozess an. Migranten müssen das fremde kulturelle Referenzsystem zunächst erschließen und Unterschiede zu ihrem eigenen erkennen, um sich in der Gesellschaft des Einwanderungslandes zurecht finden – und schließlich wohlfühlen – zu können. Umgekehrt ist für das erfolgreiche Lehren einer Sprache und für die Vermittlung des eigenen kulturellen Referenzsystems ebenso Respekt und ein Zugang zu den Muttersprachen der Migranten nötig. Nur durch einen Austausch und Teilhabemöglichkeiten am öffentlichen und privaten Leben der Einheimischen werden Sprachkenntnisse für Einwanderer zu einer relevanten Kompetenz. Daher ist die Haltung, mit der sich Lehrende und Lernende begegnen, von großer Bedeutung. Christian Büttner und Irmhild Kohte-Meyer geben Anregungen für die Diskussion um den Zweitsprachenerwerb für Immigranten und zeigen auf, unter welchen Bedingungen Sprachkompetenz auch zu einer gelingenden Integration führen kann.

→ Kommunale Ämter:

Christian Büttner/Thomas Kunz/Helga Nagel
Ankommen in Frankfurt.  Orientierungskurse als kommunales Angebot für Neuzuwanderer, HSFK-Report 8/2004, 31 S.

Christian Büttner/Thomas Kunz/Helga Nagel Ankommen in Frankfurt. Orientierungskurse als kommunales Angebot für Neuzuwanderer, HSFK-Report 8/2004, 31 S.
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Sich in einer fremden Stadt zurechtzufinden, ist nicht leicht. Vor allem sprachliche Barrieren können auf lange Zeit unüberwindliche Hindernisse darstellen. Parallelgesellschaften und die mit diesen verbundenen Befürchtungen und Konflikte haben nicht zuletzt darin ihre Ursache. Zur Frage, wie Integration von Beginn an gefördert werden kann, hatte die HSFK die wissenschaftliche Begleitung eines Projektes übernommen, das das Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) der Stadt Frankfurt im Jahr 2000 auf den Weg gebracht hat: muttersprachliche Orientierungskurse für Zuwanderer, die dauerhaft in der Mainmetropole wohnen wollen und eine Aufenthaltserlaubnis erhalten haben. Diese Kurse sind mit dem Besuch von Sprachkursen gekoppelt, welche speziell auf Neuzuwanderer zugeschnitten sind. Schon seit 1989 entwickelt das AmkA städtische Dienstleistungen für Migranten, aber auch für alteingesessene Bürger Frankfurts und versucht, Projekte zur Förderung einer multikulturellen Stadtgesellschaft zu realisieren. Mit dem Angebot von muttersprachlich gehaltenen Orientierungskursen haben die Verantwortlichen absolutes Neuland betreten. Ein offenes Curriculum ermöglicht es den Kursleitern, die Kurse selbst flexibel weiterzuentwickeln. Die Autoren stellen in dem vorliegenden Report die wesentlichen Erfahrungen und Zusammenhänge über die Arbeit des Projekts vor. Sie haben eine Auswahl an Kursleitern und Migranten interviewt, um herauszufinden, wie das Angebot bisher erlebt wurde. Im Fokus stehen dabei sowohl die Pluspunkte, wie das Projekt die Integration der Migranten gefördert hat, als auch die neuralgischen Punkte, an denen Integration oftmals noch scheitern kann.

→ Polizeiliche Arbeit:

mit Katrin Stephan, Dorothee Dietrich unter Mitarbeit von Judith Jahnke und Magdalena Kladzinski:
Forschungsbericht: Exploration zur Integration der interkulturellen Dimension in das Ausbildungsangebot der Verwaltungsfachhochschule, HSFK 2004

mit Claudia Eilles-Matthiessen: Polizei in einer multikulturellen Gesellschaft. Das Frankfurter Trainingskonzept des EU-Projektes ‚NGOs and Police Against Prejudice‘, in: Polizei und Wissenschaft 2/2000, S. 39-51

• Demokratische Vielfalt in der polizeilichen Arbeit. Ein Trainingskonzept zum interkulturellen Lernen an der Hessischen Polizeischule, in: Interkulturelle Konflikte konstruktiv lösen, Landeszentrum für Zuwanderung NRW, Februar 2005, S. 26-33

• Fehlverhalten und der ‚code of conduct‘ in der polizeilichen Begegnung mit „ausländischen Mitbürgern“, in: Karlhans Liebl (Hrsg.): Empirische Polizeiforschung V: Fehler und Lernkultur in der Polizei, Bd. 1, Frankfurt /Main 2004, S. 97-110

• Interkulturelle Kompetenz – eine nützliche Fähigkeit für deutsche Polizisten? Möglichkeiten und Grenzen der Aus- und Fortbildung, in: Clemens Lorei (Hrsg.): Polizei und Psychologie. Kongressband der Tagung „Polizei und Psychologie“ am 18. und 19. März 2003 in Frankfurt am Main, Frankfurt am Main 2003, S. 159-174

mit Rosi Wolf-Almanasreh: Polizei und Migranten gegen Rassismus und Vorurteile. Trainingskonzepte und Trainingsmethoden für ein multikulturelles Europa, HSFK-Report 8/1999, 54 S. (pdf-Version)

• Demokratische Vielfalt in der polizeilichen Arbeit. Die Entwicklung eines Trainingskonzeptes zum interkulturellen Lernen an der Hessischen Polizeischule, in: iza, zeitschrift für migration und soziale Arbeit 1/2001, S. 54-58

• Demokratische Vielfalt in der polizeilichen Arbeit. Ein Trainingskonzept zum interkulturellen Lernen an der Hessischen Polizeischule, in: Interkulturelle Konflikte konstruktiv lösen, Landeszentrum für Zuwanderung NRW, Februar 2005, S. 26-33

→ Sozialpädagogische Arbeitsfelder:

• Differenzerfahrungen und „interkulturelle Integration“ in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern, in Interculture-Online, Vol. 2004, Issue 7, 30.3.2004 http://www.interculture-online.info/index.php?bereich=articles#artikel72

Christian Büttner/Urte Finger-Trescher/Harald Grebe/Heinz Krebs (Hg.)
Brücken und Zäune
Interkulturelle Pädagogik zwischen Fremdem und Eigenem
Gießen 1998

Brücken und Zäune

Die BRD ist seit Jahrzehnten de facto ein Einwanderungsland. Die Probleme interkultureller Erziehung gehören daher schon lange zum pädagogischen Alltag in Einrichtungen der öffentlichen Erziehung, in Beratungsstellen und in anderen Einrichtungen der Jugendhilfe. Dennoch ist die Gestaltung der multikulturellen Gesellschaft ebensowenig gelungen wie die Umsetzung von Konzepten interkultureller Erziehung. Die politische Integration der Migranten hat noch nicht stattgefunden, und die meisten »ausländischen« Familien fühlen sich – obwohl z. T. schon seit Jahrzehnten in der BRD zu Hause – immer noch nicht heimisch. In diesem Band werden psychoanalytisch-pädagogische Zugänge zu Migrationserfahrungen und ehtnischer Unterschiedlichkeit in verschiedenen pädagogischen Arbeitsfeldern diskutiert. Die psychoanalytische Reflexion der individuellen und der sozialen Folgen sowie der Verarbeitungsformen von Fremdheitsgefühlen gibt Impulse für ein differenziertes pädagogischens Verständnis interkultureller Beziehungsprozesse sowie zur Entwicklung von neuen pädagogischen Handlungsmöglichkeiten. Das Buch ist der erste größere Versuch der Vertreter Psychoanalytischer Pädagogik, sich mit dem Thema Interkulturelle Erziehung zu befassen und die Möglichkeiten psychoanalytischer Reflexion für die entsprechenden Probleme fruchtbar zu machen. Dabei entstehen aus dem szenischen Verständnis von Beziehungsprozessen ganz andere Ideen als die in den üblichen, meist fruchtlosen pädagogischen Handlungsroutinen.

Christian Büttner (Hg.)
Erziehung für Europa.
Kindergärten auf dem Weg in die multikulturelle Gesellschaft, Weiheim 1997

Erziehung für Europa.

Schon lange befinden sich die europäischen Nationalstaaten auf dem Weg nach Europa, ohne dass bisher klar wäre, wie dieses Staatengebilde letztlich aussehen wird. Die soziale Integration hinkt allerdings der wirtschaftlichen und militärischen Europäisierung hoffnungslos hinterher. Dabei gibt es eine ganze Menge von Problemen, die in gemeinsamen Anstrengungen der europäischen Staaten besser gelöst werden könnten. Eines dieser Probleme ist der Weg Europas in die multikulturelle Gesellschaft. Hier ist die europäische Vorschulerziehung besonders gefordert, liefert sie doch die gesellschaftlichen Grundlagen für die interkulturelle Kooperationsfähgkeit der zukünftigen Europäer – sei es im Hinblick auf die europäischen Nachbarländer, sei es im Hinblick auf ausländische Mitbürger oder Immigranten. In dem Buch werden Anregungen gegeben, die multikulturellen Probleme in der vorschulischen Erziehung von einer neuen Warte aus anzugehen: Als „Einwanderer nach Europa“ berichten Erzieherinnen, Wissenschaftler und Politiker von ihren Anstrengungen, ihre staatsbürgerliche Identität im Hinblick auf das zukünftige professionelle Zusammenrücken mit europäischen Kolleginnen und Kollegen zu erweitern. Welche Mühe es kostet, Wege jenseits der utopischen Wünsche nach kulturell unabhängigen Erziehungsmodellen zu finden, wird ebenso beschrieben wie die persönlichen und institutionellen Voraussetzungen, den eigenen Horizont um die europäische Dimension zu erweitern, und die Grenzen in den Personen, Teams und Institutionen, die einer solchen Erweiterung entgegenstehen zu erkennen. Schließlich wird ein bereits existierender Versuch einer europäischen Vorschulerziehung beschrieben sowie ein weltweites Diskussionsforum zu vorschulischer Erziehung präsentiert.

→ Demokratie und Entwicklungszusammenarbeit:

Christian Büttner/Berthold Meyer (Hg.)
Integration durch Partizipation?
„Ausländische Mitbürger“ in demokratischen Gesellschaften
Frankfurt 2001

Integration durch Partizipation?

Renommierte Experten aus Wissenschaft und Politik erörtern, ob Akkulturation oder aber die Ermöglichung einer gleichberechtigten politischen und gesellschaftlichen Partizipation den in Deutschland lebenden Zuwanderern eine erfolgreiche Integration verspricht. Gleichzeitig zeigen die Beiträge, welche Bedeutung die Integration der „ausländischen Mitbürger“ für das gegenwärtige und zukünftige Gesellschafts- und Wirtschaftsleben hat.

Christian Büttner/Miriam Koschate
Westliche Psychologie gegen Jugendgewalt weltweit? Plädoyer für eine kultursensitive Anwendung, HSFK-Report 5/2003

Westliche Psychologie gegen Jugendgewalt weltweit?
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In den letzten Jahren haben Kinder- und Jugendprojekte in der Entwicklungszusammenarbeit stark an Bedeutung gewonnen. Zum einen liegt dies daran, dass die Arbeit mit jungen Menschen besonders gut mit dem Nachhaltigkeitsgedanken vereinbar ist. Zum anderen spielt der Bevölkerungsaspekt eine große Rolle, denn über 50% der Bevölkerung in Entwicklungsländern ist jünger als 16 Jahre. Jugendförderung als Maßnahme zur gesellschaftlichen Zukunftssicherung bekommt somit einen zunehmend politischen Charakter, da gerade angfristig angelegte Projekte zur Gewaltprävention eine wichtige Rolle spielen. Allerdings beruht die Konzeptionierung solcher Projekte zumeist auf psychologischen Erkenntnissen, die in westlichen Industriegesellschaften gewonnen wurden. Das Verständnis von „Kindheit“ oder „Jugend“ deckt sich jedoch häufig nicht mit dem in Entwicklungsländern. Die Einsicht, dass psychologische Muster kontext- und kulturabhängig sind, stellt Mitarbeiter vor große Herausforderungen. Es gilt nun, das eigene Wissen zwar als Bezugsrahmen zu begreifen, dabei aber offen und lernfähig zu bleiben, um lokale Bedürfnisse und Probleme erfahren zu können. Erst das Verständnis dieser Problematik und das Entwickeln einer Begegnungskompetenz ermöglicht es dem einzelnen Mitarbeiter, als Fremder und als Professioneller von den Jugendlichen anerkannt zu werden. Beispiele für diese Art der gemeinsamen Projektentwicklung und Schwierigkeiten der Kooperation zeigen die beiden Autoren anhand von Interviews mit Mitarbeitern der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ).

• Kinder, Medien und Jugendmedienschutz. Gesellschaftliche Faktoren zur Sicherung von Kindheit und Jugend. Arbeitstext zum Themenbereich „Friedenspädagogik in Konflikt- und Krisenregionen“ (GTZ/IFP, 2006), (pdf-Format)