(mit Änne Ostermann)

Den seit Jahrzehnten andauernden Debatten und Forschungen zum Thema Gewalt in der Schule entspricht kein empirisch seriöser Befund. Man kann nicht generell von einem quantitativ angewachsenen Gewaltpotential bei Kindern und Jugendlichen ausgehen. Allerdings hat sich sowohl das Gesamtklima schulischen Zusammenlebens verschlechtert als auch die Qualität der Gewalthandlungen bei der relativ kleinen Gruppe von Kindern und Jugendlichen verändert, die durch besondere Gewalt auffallen.

Auch die vielfältigen Versuche, Jugendhilfe mit Institutionen zu vernetzen, die im Alltagsleben der Jugendlichen von Bedeutung sind, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich sowohl die familiären als die gesellschaftlichen Voraussetzungen für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen verschlechtert haben.

In diesem Forschungsbereich setzte sich die wissenschaftliche Arbeit sowohl mit den Modellen von Gewaltprävention und Konfliktbearbeitung auseinander, die aktuell in der Diskussion sind (z. B. Mediation), als auch mit solchen, die seit langen – eher im Verborgenen – im Bereich der Jugendarbeit und Lehrerfort- und -weiterbildung angewandt werden. Zudem wurde praktische Unterstützung in besonders schwierigen Fällen gegeben (Beratung von Schulkollegien, Supervision von Schulleitungen, Publikationen für schulische Fachkräfte). Diese Arbeit wird unter anderem auch von der Klaus-Jensen-Stiftung weitergeführt, die ein umfangreiches Projekt zum Thema Gewaltprävention gestartet hat.