Die in den USA entwickelten Strategien zur kommunalen Streitschlichtung waren Ausgangspunkt eines EU-Modellprojekts „Stadtteilvermittlung“, das die Stadt Frankfurt unter Federführung des Amtes für multikulturelle Angelegenheiten konzipierte und dessen Voraussetzungen, Werdegang und aktuelle Strukturen ihm Rahmen einer Evaluationsstudie untersucht wurden. Die Ergebnisse der Studie haben wir in einem gemeinsamen Report veröffentlicht.

Es versteht sich von selbst, daß mit diesem Konzept in solchen Konflikten nicht vermittelt werden kann, die gesellschaftlich-strukturelle Ursachen haben, die Gegenstand politischer oder privatrechtlicher Auseinandersetzungen sind oder die an Straftatbestände rühren. Das Mediationsverfahren hat sich als eine unter anderen Möglichkeiten der konstruktiven Konfliktbearbeitung erwiesen. Neben der reinen Vermittlungsarbeit gibt es eine ganze Reihe von Zugängen, in Konfliktprozessen deeskalierend zu wirken – angefangen bei der Akzeptanz der Streitpartner, die sich häufig in ihrem Anliegen zum ersten Mal angenommen fühlen, bis hin zu kleinen, unbürokratisch organisierten Hilfeleistungen auf dem Weg durch den „Ämterdschungel“. Folgende Voraussetzungen sind nach den Frankfurter Erfahrungen von zentraler Bedeutung: Wenn eine Kommune die Verantwortung für Konfliktfälle nach dem Modell von Stadtteilvermittlung übernimmt, muß sie eine kommunale Stelle schaffen, die unabhängig genug ist, als Mittlerin zwischen Bürgerinnen und Bürgern sowie den traditionellen kommunalen Ämtern zu vermitteln. Man braucht qualifizierte Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen, die die Vermittlungsarbeit moderieren – angefangen von einer an professionellen Standards orientierten Schulung über die organisatorische Begleitung während der Vermittlungsarbeit bis hin zu dem Abschluß eines Streitfalles. Und schließlich muß für eine qualifizierte Supervision bzw. kollegiale Beratung gesorgt werden, die eine permanente Reflexion des Vermittlungsgeschehens erlaubt und die die interne Vernetzung aller an der Vermittlung beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Modell für eine Vernetzung von Ressourcen im Stadtteil mit den städtischen Ämtern und privaten Initiativen macht.

Heute sieht das aktuelle Angebot so aus:

Konflikte in der Nachbarschaft oder im Stadtteil?

Stadtteilvermittlung

Überall, wo Menschen miteinander leben, gibt es auch Konflikte. Was ist zu tun, wenn es Probleme in der Nachbarschaft oder im Wohnhaus gibt?
Zunächst: Konflikte sind regelbar. Je früher sie beachtet werden, umso besser können sie geklärt werden.
Manchmal lassen sie sich jedoch aus eigener Kraft nicht lösen. In diesem Fall steht Ihnen das Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) mit Rat und Tat zur Verfügung.
Wir hören Ihnen gerne zu und beraten Sie umfassend.
Wir besuchen auf Wunsch alle an dem Konflikt beteiligten Personen, führen Einzelgespräche, um die Gründe für die Probleme zu erfahren und suchen gemeinsam mit Ihnen nach Lösungen. Die Vermittlung ist freiwillig und unparteiisch. Unsere Vermittler/-innen sprechen verschiedene Sprachen.