(mit Rüdiger Beier und Marga Orban-Plasa)

In diesem meinem ersten Projekt an der HSFK arbeiteten meine Kollegen Birgit Volmerg, Ute Volmerg und Sammy Speier schon eine Weile an einem „Theorieteil“, d.h. sie versuchten, ausgehend von der damaligen Diskussion zu Individuum und Gesellschaft die psychologischen Aggressionstheorien auf ihre Brauchbarkeit für pädagogische Zusammenhänge aus der gesellschaftspolitischen Perspektive zu überprüfen.

Standbild einer unserer Videoaufnahmen
Standbild einer unserer Videoaufnahmen

Eine meiner Aufgaben sollte darin bestehen, zusammen mit meinen Kollegen Rüdiger Beier und Marga Orban-Plasa konkrete Materialien für Erziehung und Unterricht zu entwerfen, wir waren an der HSFK die „Praxisgruppe“. Für uns drei war die Forschungsarbeit vollständig neu, ich hatte gerade eine anderthalbjährige Berufserfahrung als Heimpsychologe in dem heilpädagogischen Kinderheim Leppermühle hinter mir, Rüdiger Beier war Lehrer und Marga Orban-Plasa hatte als Sozialpädagogin einige Jahre in der Eingangsstufe der Holzhausen-Schule (Frankfurt) gearbeitet. Zu unserem etwas exotischen Status in der HSFK kam, dass unsere Forschungsstelle nicht in den Frankfurter Räumen der HSFK, sondern im 1. Stock einer Villa direkt unterhalb des Kronberger Schlosses gelegen war. Wir waren also vom tagtäglichen Geschehen in der HSFK abgekoppelt und kamen auch nicht so recht in Kontakt mit einer der zweiten Praxisgruppe der HSFK, in der Schulmaterialien auf Feindbilder hin untersucht wurden (die sog. Schulbuchgruppe).

Standbild einer unserer Videoaufnahmen
Standbild einer unserer Videoaufnahmen

Unser Forschungsgruppenleiter, Hans Nicklas, ließ uns weitgehend freie Hand, so dass wir verhältnismäßig ungestört unsere ersten Schritte in die Forschungspraxis machen konnten. Diese sollten uns erst einmal zum Gegenstand unserer Forschung führen: Wir begannen mit systematischen Beobachtungen in Schulklassen, um Anhaltspunkte dafür zu gewinnen, mit welchen Materialien sich was erreichen ließe. Wir nutzten damals bereits Videoaufzeichnungen, um unsere Beobachtungen kontrollieren zu können. Als eines unserer Ergebnisse lässt sich festhalten, dass wir den Lehrer-Schüler-Beziehungen vor dem didaktischen Einsatz von Materialien den Vorrang gaben. Unsere Beobachtungsstrategie und unsere Forschungsergebnisse haben wir in dem ersten Buch Aggression und Apathie niedergeschrieben, das ich (mit)veröffentlicht habe. In unseren Handreichungen reflektieren wir kritisch Spiele gegen Streit Angst und Not.