Die intensiven Bemühungen der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen, einen einheitlichen Beurteilungsstandard für jugendgefährdende Fernsehsendungen zu etablieren, fanden (und finden) ihre Grenzen an den Grenzen zu den deutschen Nachbarländern. Sendungen, die hierzulande als jugendgefährdend eingestuft werden, können Jugendliche anderswo ungehindert sehen. Nicht nur das – sie werden auch grenzüberschreitend ausgestrahlt, so dass ein deutscher Jugendschutz nicht ohne eine Abstimmung mit den europäischen Nachbarn auskommt. Neben anderen Aktivitäten der FSF auf diesem Gebiet, war sie gerne bereit, auf meine Initiative hin einen Arbeitskreis zu gründen, dem europäische Wissenschaftler angehörten und der sich zur Aufgabe machte, die Beurteilungsunterschiede hinsichtlich Jugendgefährdung aufzuklären.

Ich konnte neben der Arbeitsstelle Friedensforschung (Bonn) auch die UNESCO und die Nederlandse Filmkeuring (NFK, sie wurde 2001 geschlossen) zur Mit-Trägerschaft gewinnen und mehrere Treffen des Arbeitskreises organisieren. Mitglieder waren u.a. Regine Mehl (AFB), Verena Metze-Mangold (UNESCO), Hans-Jürgen Wirth (Psychosozial-Verlag), Joachim von Gottberg (FSF), Wilfried Datler (Uni Wien), Herbert Schwanda (Jugendmedienkommission in Österreich).

Die Ergebnisse der Diskussionen mündeten in mehrere Publikationen:

Jugendmedienschutz in Europa

Von der Realität überholt?