Ich habe nicht sehr viele Workshops (im engeren Sinne) angeboten, die meisten meiner Veranstaltungen waren Fort- und Weiterbildung. Allerdings habe ich das Workshopkonzept in der letzten Fortbildungsstudie Demokratie leben lernen etabliert, die ich an der HSFK durchgeführt habe: Demokratiewerkstätten, in denen Kinder und Erzieherinnen gemeinsam erarbeiten, wie demokratische Rituale in Kindertagesstätten Einzug halten können.

Zwei Workshops, die ich in den letzten Jahren meiner Berufstätigkeit durchgeführt habe, möchte ich etwas genauer vorstellen, weil sie einerseits Ergebnisse der Teilnehmer erbracht und andererseits als komplexe Veranstaltungen die Teilnehmer zu einer begrenzten Thematik aktiv und experimentell mit einbezogen haben:

Workshop „Friedenspädagogik“

(39. Jahrestagung der deutschen UNESCO-Projektschulen)

In diesem Workshop hatten die Teilnehmer die Aufgabe, Unterrichtseinheiten und -ideen, Projektbeschreibungen und Materialien zu dem Themengebiet Friedenspädagogik zu sichten, zu diskutieren und Verbesserungsvorschläge zu entwickeln. Der Schwerpunkt lag also im Bereich der praktischen Arbeit. Ausgangspunkt in dem Workshop war ein kurzes Statement der Workshopleitung. Danach einigten sich die Teilnehmer auf Kriterien, denen Unterrichtseinheiten bzw. -ideen, Projekte und Materialien zu den entsprechenden Themenbereichen genügen müssen. Diese Kriterien wurden anschließend bei der Vorstellung der Unterrichtseinheiten, Projektbeschreibungen etc., die die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mitgebracht hatten, angewendet. Schließlich einigte man sich im Laufe des Workshops darauf, was in der Handreichung veröffentlicht werden sollte, die die Ergebnisse der Jahrestagung enthalten würde. Es wurde auch festgelegt, was in weicher Art durch wen zu überarbeiten sein würde. Die Handreichung sollte Anregungen und konkrete Hilfestellungen für die Unterrichtspraxis enthalten.

In jedem Workshop unterstützte ein Regionalkoordinator / eine Regionalkoordinatorin die Workshop-Leitung.

An den Workshops nahmen im Allgemeinen auch Schüler bzw. Schülerinnen teil, die ihre Sichtweise, ihre Erfahrungen und ihr Urteil in den Reflexionsprozess einbrachten. Außerdem konnten die Workshop-Teilnehmer ihre Überlegungen mit Gästen aus dem Irak und aus Luxembourg diskutieren. Der daraus entstandene Bericht wurde in einer UNESCO-Publikation veröffentlicht (Probleme und Möglichkeiten der „Friedenspädagogik“. Ein Werkstattbericht, in: forum 3-4/2004, S. 84-95).

Workshop „Demokratieerziehung“

(Réunion en présence du président avec le Prof. Dr. Christian Büttner à l’Athénée et les responsables des écoles associées luxembourgeoises de l’UNESCO à l’Athénée de Luxembourg le 14 février 2005.
Cours de formation continue par Prof. Dr. Christian Büttner et Mme Magda Kladzinski: „Demokratie lernen und umsetzen“ les 14 et 15 novembre 2005 pour les enseignants de lécole associée UNESCO de Niederanven)

In diesem Workshop ging es um das Aufgreifen der an der Schule bereits vorhandenen, aber sehr vereinzelten Aktivitäten und das Motivieren von Kollegen, die sich bisher nicht mit Demokratie-Erziehung beschäftigt hatten. Wir hatten dazu grundlegendes Material vorbereitet (Thesen zu Demokratiekriterien, Videomaterial zu Klassenkonferenzen und Übungseinheiten sowie statements zu den Themen Demokratie aus dem Stand vs. Demokratiewerkstätten).

Das Kollegium verständigte sich dann im Dialog mit der Workshop-Leitung und entlang eigener Beispiele sowie an den Beispiel-Videos über „Interessengegensätze – Wo gibt es solche an der Schule? Wie werden sie bisher behandelt“? Bringt eine demokratische Behandlung Vorteile (und für wen?)

Danach wurden traditionelle Lernsettings in der Schule und ihre Begründungen diskutiert: Was unterscheidet sie von Settings mit demokratischer Orientierung? Die Konsequenzen demokratischer Entscheidungs- und Wahlprozesse, Kriterien für Lernmotivation, Ängste und Misstrauen waren weiter Themen der gemeinsamen Diskussion.

Schließlich wurden Modelle gesammelt: Was ist für eine spezielle Klassensituation an der Schule vorstellbar? Wie könnten die Konturen eines Lernprogramms aussehen? Müssen die Programme für alle Klassen gleich sein?